Tiffany Glaskunst

Wie kam ich zur Tiffany-Glaskunst?

 

Vor mittlerweile über 20 Jahren hatte ich beim Badputzen eine grandiose Idee: alle kleinen Dinge, die so im Badezimmer herumstehen, wie Wattestäbchen, Manikürzeug, Schminkutensilien usw würden doch in kleinen bunten Glasschalen oder –dosen viel hübscher aussehen und könnten mein mittlerweile wunderbar sauberes Bad bereichern.

 

Dazu muss ich sagen, dass mich alles Schöne aus Glas schon immer fasziniert hat, egal ob es geschliffene Glaskristalle von Swarovsky oder Vasen aus Murano oder ein schöner Glasteller vom Möbelhaus war. Glas hat ja unglaublich viel zu bieten, es gibt eine Vielzahl von Ausdrucksmöglichkeiten abgesehen von der traditionellen Glasbläserei, wie etwa die Bleiverglasung, die Glasbeschichtungstechnik,  die Glas-Fusing Technik (Glas verschmelzen und gestalten) oder Schliff, Gravur, Sandstrahlen und die Tiffanytechnik.

 

Also ging ich auf die Suche und konnte keine Glasschalen finden, die meinen Vorstellungen einigermaßen entsprachen. Nun bin ich kein sehr geduldiger Mensch, wenn ich etwas will, dann bitte sofort und daher kam ich auf den Einfall, selbst etwas aus Glas mittels der Tiffanytechnik herzustellen.

Allzu schwierig stellte ich mir das nicht vor, außerdem war ich gerade nach der Geburt des zweiten Kindes in Mutterschutz und hatte Zeit und große Lust, kreativ tätig zu sein. In Bad Ischl hatte gerade ein Glaskünstler aus Hamburg sein Geschäft aufgemacht und ich bin samt Baby zu ihm hingefahren. Und dort hab ich mich gefühlt wie im Paradies. So viel wunderbare Glastafeln, so schöne Farben und vor allem: was man daraus alles machen konnte…  Jürgen, der Besitzer, hat mir eine Kurzeinführung in die Technik gegeben und mich mit dem notwendigsten Werkzeug eingedeckt: einen Glasschneider, eine Brechzange, eine Schleifmaschine, Kupferfolie, Lötzinn und Lötkolben. Dazu einige der schönen Glastafeln und ein ganzer Korb mit kleinen und größeren Glasscherben, die ich mir aus seinen „Glasabfällen“ aussuchen durfte.

Daheim bin ich dann zwischen Stillen, Kochen, Spazierengehen und Spielen immer wieder gesessen, und hab mir die verschiedenen Glasscherben angesehen, hab die Sonne durchleuchten lassen und in meiner Phantasie sind die wunderbarsten Glasobjekte entstanden. Und dann hab ich die Nächte durchgemacht und erstmal meine Glasschalen fürs Bad hergestellt. Die habe ich heute noch in Verwendung und ich find sie nachwievor wunderhübsch. Ich hab mir Bücher besorgt, Lehrbücher über die Technik und Kunstbände mit den Lampen und Fenstern von Louis Comfort Tiffany. Andauernd sind mir Gegenstände eingefallen, die ich machen könnte. Zu Jürgen bin ich noch oft gefahren, ich habe bei ihm meine erste Lampe hergestellt (mit dem Baby im Maxi Cosi daneben), er hat mir viele Tipps gegeben und mich in seinen Glasabfällen wühlen lassen.

 

In den folgenden Jahren habe ich meine Familie, meine Freunde und meine Bürokollegen zu allen möglichen Anlässen mit Geschenken aus Glas versorgt, habe Lampen gemacht, große und kleine Spiegel, Fensterbilder, große und kleine Dosen, Schüsseln, Schmuck, sogar richtige Glasfenster habe ich gestaltet. Dabei hab ich kaum Vorlagen verwendet, sondern meine Objekte selbst „erfunden“. Mein damaliger Mann hat mir oft bei der Entstehung geholfen, wir haben oft gemeinsam gezeichnet und konstruiert und die fertigen Produkte bewundert.

 

Irgendwann hat es dann wieder gereicht, ich habe mich anderen Formen der Kunst zugewendet. Aber die Freude am Glas ist geblieben und so bin ich recht froh,

dass in der OK-Werkstatt Platz und genügend Material ist, um wieder mit Glas zu arbeiten.

 

Technik:

 

Bei der Tiffany-Glaskunst handelt es sich um eine ganz spezielle Form der Glasverarbeitung. Einzelne Glasstücke werden mit Kupfer ummantelt und mittels Lötzinn verbunden. Durch diese Technik ist es relativ einfach, dreidimensionale Gebilde zu erzeugen.

 

Gerne gebe ich meine Erfahrung weiter und freu mich über jeden, der ebenfalls mit dem wunderbaren Material Glas seine eigenen Objekte herstellen möchte.

 

Rosemarie Rudnik